Der VW Buggy


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     VW Käfer                                          Buggy      

Buggy...., ein Wort, das jeder schon einmal gehört hat. - Wer kennt nicht den Kleinkinderwagen zum Aufklappen oder die vielen Spielzeugautos. Hier und heute (Fotoalbum ) sind nun die Orginale nicht zu übersehen.

Das Wort stammt aus dem angloamerikanischen Sprachraum. Man wendet es in England als bezeichnung für einen leichtgebauten zweirädrigen Wagen, z.B. für Trabrennen an. Eine andere Begriffsbestimmung wurde für ein Sandfahrzeug mit hohen Reifen in den 30ern verwendet, erlangte jedoch große Popularität durch die Entwicklung der VW-Buggies. Unser alter Käfer, der jenseits des großen Teichs "Beetle" = Käfer oder auch "Bug" = Wanze genannt wird, ist in der Tat die Ziehmutter dieses Trends. Buggy kann daher auch "kleine Wanze" bedeuten und als Adjektiv soviel wie verrückt.

Verrückt sind schon häufig Ideen gewesen, die aus dem sonnigen Teil der USA, dem Staate Kalifornien kamen. So auch unsere Buggies. Das sind leichte Fahrzeuge, die nur zum Spaß gebaut wurden, um mit ihnen am Strand von Pismo-Beach oder in den Dünen umherzufahren. Daß die heckgetriebenen VW-Kübel und Schwimmwagen erstaunliche Geländegängigkeit besaßen, wußte man noch aus den Erfahrungen des Afrika-Feldzuges. So lag nichts näher, als die annähernd identische Bodengruppe eines ausgedienten VW-Käfers für eine neue Aufgabe zu präpariern. Die selbsttragende Bodengruppe wurde verkürzt, um ein wendiges Fahrverhalten zu erzielen. Als Karosse schraubte man einfach eine leichte GFK-Schale auf. Die Hinterachse wurde mit Breitreifen versehen, um nicht im Sand zu versinken. Hersteller, wie die Firmen Meyers-Manx oder Empy erzielten in der amerikanischen Öffentlichkeit großes Interesse bei Jung und Alt.

So war es nur eine Frage der Zeit und unermüdlicher Bemühungen der Firma Kühn in Hamburg, diese Idee auch bei uns zu verwirklichen. Was Anfang der 60er Jahre in Kalifornien begann, wurde bei uns im Ursprungland des Käfers nach längerem Ringen mit den damals noch ablehnend eingestellten TÜV's 1968 verwirklicht: Der erste HAZ-Buggy wurde aus der Negativform gehoben und erhielt die Strassenzulassung.

Nun begann eine Bewegung besonderer Art. Buggies konnten als Fertigfahrzeuge oder als Bausätze für den Eigenbau bezogen werden. Ersatzteile waren billig und auf jedem Autofriedhof zu finden. Leider ist das heute schwieriger. Die Karosserie rostet nicht, da sie aus Fiberglasfaser-verstärktem Kunststoff besteht und die robuste VW-Mechanik ist überdies reparaturfreundlich. Buggyfahrer sind technisch oft sehr gut versiert und über den Zustand ihres Fahrzeugs gut informiert. Repariert wird in eigener Regie oder mit Hilfe eines guten Freundes. Klar, daß hier der Geldbeutel das Maß aller Dinge ist, den Spaß jedoch, seinen Buggy danach wieder zu fahren, der ist unbezahlbar.

die Typenvielfalt nahm im Laufe der Jahre zu und andere Hersteller boten mehr oder weniger elegate Varianten in kurzer oder langer Bauweise an. Die Breite der Reifen wuchs und die ersten importierten Zubehörteile aus den USA waren und sind die Krönung eines jeden Buggies. Chromteile und Hochglanzpoliertes, dazu aufwendige Lackaufbauten mit bis zu 20 Lackschichten geben heute einem Buggy das richtige Aussehen. Daneben sollten Motor und Mechanik verbessert oder bearbeitet sein um den Wert nochmals zu steigern.

Leider trägt nicht jede TÜV-Prüfstelle Veränderungen am Fahrzeug in den Kfz-Brief ein. So kann es u.U. zu einer wahren Odyssee werden z.B. Spezialreifen, Motoren oder Anhängerkupplungen genehmigen zu lassen. - So ist jedes Fahrzeug ein Einzelstück und gleicht keinem anderen. So manche Mark ist investiert, um diese Eigenart zu bewahren. Buggies sind daher Fahrzeuge, die vielfach verändert werden, um sich den neuen Trends anzupassen und sich von anderen abheben zu können.

Natürlich sind sie auch als offene Fahrzeuge bei jungen Menschen sehr beliebt. Man kann mit ihnen im Gelände fahren und ebenso gut auf dem Ku'damm, der Kö' oder der Leopoldstrasse flanieren.

Das Gefühl der Freiheit dominiert und eines ist sicher: Die Fahrzeuge ziehen die Blicke auf sich. - Und das ist etwas, das manch teureres Fahrzeug und dessen Fahrer gerne hätten.

Allerdings: Buggies sind keine Rennautos !

Trotz Ihres oft rassigen Aussehens und der teilweise starken Maschinen ist die Fahrwerkabstimmung in ihren Möglichkeiten eingeschränkt. Nur ein gerüttelt Maß an Erfahrung und Können schaffen hier, beim Aufbau des Fahrzeuges, als auch in kritischen Situationen imVerkehr, die Grundlage für sicheres und zügiges Fahren.

Hier ist dann auch der Unterschied zum Ursprung des Buggies zu sehen. Überwiegend werden unsere Fahrzeuge auf gut ausgebauten Straßen gefahren, wobei es nicht so sehr auf Bodenfreiheit oder verstärkte Stoßdämpfer ankommt. Der Streetbuggy darf daher auch flacher sein als sein Pedant im Gelände, der vielfach mit schmaleren Vorderreifen und stärker profilierten Hinterreifen ausgerüstet ist.

Daneben verzeichnet man in den letzten Jahren auch ein wachsendes Interesse an VW-Käfer-Umbauten, deren Entwürfe ebenfalls aus den USA zu uns herüberkamen.

Besonders markant sind Streaker, Speedster, Trucks, Flatbeds, SSK, MP-Lafer usw.

Erstere erinnern im wesentlichen noch an die Ursprungsform des VW-Käfers der durch Veränderungen des Aufbaus, der Kotflügel oder der Bereifung ein anderes Aussehen bekommt. Replicars hingegen werden, ähnlich wie Buggies, auf VW-Bodengruppen aufgebaut und erinnern durch ihre Formgebung an Oldtimer.

Bei den Europäischen Buggy-Treffen wird versucht, die Geschicklichkeit der Fahrer in den Vordergrung zu stellen, so daß die Gelände- und Strassenprüfungen eher zum Zeitvertreib mit touristischem Charakter angesetzt sind. Jedoch sollte dies die Leistung der Gewinner nicht schmälern.

Wichtig für uns Buggyfahrer ist:
  • daß unsere Treffen einen Überblick geben über das, was jeder Einzelne an Kreativität in seinem Fahrzeug verwirklicht und dies in technischer oder optischer Weise,
  • daß viele Gleichgesinnte und Freunde aus dem In- und Ausland zusammenkommen und dies ausgiebig feiern,
  • daß es die Möglichkeit der Information zwischen den Buggyfahrern gibt und neue Trends ersichtlich werden,
  • potentielle Interessenten sich erkundigen können,
  • daß der ausrichtende Club sich nach Kräften bemüht, Gästen einige angenehme Tage zu bereiten.